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Low-Volume Stoffe frisch aus den USA

Als ich in einem amerikanischen Blog über das Leid seiner Besitzerin las, dass Stoffe in Deutschland ja ach so teuer sein, wurde ich hellhörig. Ist das so und warum zum Teufel?

Das warum kann ich jetzt nicht klären, aber ein kurzer Vergleich im Netz hat gezeigt, dass die Stoffe dort tatsächlich teilweise ein Drittel bis die Hälfte weniger kosten als Hierzulande. Ich hatte mich immer gefragt, warum amerikanische Quilterinnen für ihre Rückseiten Designerstoffe verwenden. Die müssen es ja dicke haben, dachte ich. Tja, weit gefehlt. Bei den Preisen könnte ich mir das auch erlauben.Meine Low-Volume Stoffe

Also hab ich das Ganze mal gegen die Kosten der Lieferung gerechnet und was soll ich sagen: es rechnet sich! Ich hatte schon länger ein Auge auf Low-Volume Stoffe in Beige und Grau geworfen, die meine vorhandenen Stoffschätzchen komplettieren. Gerade einige Kollektionen Cotton and Steel hatten es mir angetan. Wenn man diese versucht, in Deutschland zu bekommen, hat man maximal bei einer Farbe Glück, aber eine komplette Serie zu erstehen ist da schon schwieriger. Und auch die Versandkosten läppern sich ja. IMG_1191

Fündig geworden bin ich dann im Fat Quarter Shop, der gefühlt jeden Designer führt und ein riesiges Sortiment hat. Ich hab von fast allen Stoffen einen Yard (ca 90cm) erstanden, so dass ich damit auch wirklich mal größere Projekte starten kann. Die Bestellung war nach gut einer Woche da und es hat sich richtig gelohnt.IMG_1194

Derzeit hab ich zwar leider keine Unterbringung für so viel Stoff, denn die Schubfächer sind voll. Aber es wird sich eine Lösung finden. Und wenn ich sie Vernähen muss – ich finde eine Lösung, das ist sicher!IMG_0063Ich kann so eine Bestellung tatsächlich empfehlen, allerdings muss man da schon etwas mehr als nur ein bis zwei Stöffchen nehmen. Es wird bei mir sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, denn ich hab noch so einige Projekte in Planung.

#Freutag

gruesse

11 Gedanken zu „Low-Volume Stoffe frisch aus den USA

  1. Oja, diese Erfahrung kann ich nur teilen, Mareike. Man bekommt viel schönere Auswahl an Stoffen und richtig klasse Serien – zu wirklich kleinem Preis. Noch dazu gibt es dort viel häufiger Sonderaktionen, die man auch gut nutzen kann. Ich hatte das Glück, dass eine Freundin eine Zeitlang in Amerika lebte und ich über sie bestellen konnte – so fielen Liefer- und ggf. Zollkosten weg. Deine Auswahl sieht super aus, und ich bin sicher, du wirst ein gutes Plätzchen finden…ist ja nur für kurze Zeit :-))
    LG. susanne

  2. Meine Schwester hat mir das auch schon erklärt, aber ich verstehe das Prinzip mit den Zollgebühren nicht. Versand ist klar, das erklärt sich von selbst, aber was nimmt der Zoll nochmal?
    Meine Schwester meinte damals, man sollte nicht mehr als eine bestimmte Menge bestellen, ich hab aber vergessen warum.

    1. Also, unter 140 Euro zahlst Du gar keine Zollgebühren. Es kann aber eine Steuer erhoben werden. Das kommt darauf an, wie die Ware deklariert ist. Das ist vom Absender abhängig. Ich bestelle meist nicht oberhalb der o.g. Grenze, damit ich mir den Zoll spare.

      LG Mareike

      1. Und beim Fat Quarter Shop hast du was die Steuer betrifft gute Erfahrung gemacht?
        Ich meine, letztlich ist es die Märchensteuer, die halt noch dazu kommt, damit hatte ich eigentlich immer gerechnet, aber das mit dem Zoll wusste ich nicht. Danke! Da geh ich doch gleich mal stöbern!!

  3. Liebe Mareike,

    zuerst einmal gebe ich dir recht, dass es schön ist, als Endverbraucher trotz hoher Versandkosten für einen yard Stoff deutlich weniger Geld auszugeben als hierzulande. Doch kann ich dir auch ein klein wenig etwas davon erzählen, WARUM die Stoffe bei uns so bedeutend teurer sind.
    1. In den USA bestellen die Geschäft, wie etwa der Fat Quarter Shop, direkt beim Hersteller, bei den Cotton+Steel fabrics ist das RJR fabrics. Hier in Deutschland (und übrigens im Rest von Europa und Autralien) geht es NUR über Zwischenhändler, sogenannte Distributer.
    2. Außérdem kann hier ein Ladenbesitzer nicht unter der Zollfreigrenze einkaufen… das wäre ja nicht mal ein Ballen Stoff mit 12 yards.
    3. In den USA liegt die Mehrwertsteuer nicht über 10%- hier werden 19% Mwst an die netten Leute beim Finanzamt fällig….
    Denken wir dann noch an Frachtkosten, Ladenmiete, Mitarbeiter und das derjenige welcher den Shop betreibt auch noch davon leben möchte, dann ist klar, warum die Stoffe bei uns solche Summen haben.

    Ach ja und noch eine Erklärung; Wir reden so gerne von Designerstoffen…. das ist nichts anderes für US-Amerikaner, als würden wir hier NUR Stoffe von Westfalenstoffe, Lillestoffe und Swafing verwenden- die sind hier die größten und namhaftesten Stoffhersteller und auch hinter deren Stoffe stecken Designer. Übrigens auch hinter vielen Eigenprduktionen von Alles-fuer-selbermacher, wie zum Beispiel Susn von raxn oder Rebekah Ginda….

    In diesem Sinne, fröhliches Schwelgen in den schönen Stöffchen

    Judith

    1. Liebe Judith,

      vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Damit hast Du den Post komplettiert.
      Es geht natürlich nichts über das Stoffe streicheln im Laden. Gerade wenn ich da unseren Lieblingsladen von Dorthe denke. Das mach ich so gerne. Aber manchmal ist die Auswahl, wenn man was ganz Bestimmtes sucht einfach nicht gross genug.
      Zu häufig werde ich nicht in Übersee bestellen, denn der ökologische Footprint ist ja auch nicht zu vernachlässigen. Aber für ein grosses Projekt kommt es sicher nochmal vor.

      LG Mareike

  4. Hallo Mareike,
    bei diesen Überseebestellungen steht man wirklich zwischen den Stühlen. Es geht ja nichts über den echten Anblick der Stoffe und der Farben in einem Laden. Die Abbildungen im Internet können immer ein bisschen verfälschen. Bei meinen Überseebestellungen habe ich mal Steuern gezahlt und mal nicht. Ganz egal, ob ich unterhalb oder überhaölb der Grenze bestellt habe. Was muss denn auf der Packung stehen?
    Viele Grüße
    Martina

    1. Am besten Nichts, dann ist es wahrscheinlicher, dass man nichts zahlen muss. Ansonsten kommt so ein CN22 Formular der Deutschen Post bei. Darauf wird normalerweise der Warenwert deklariert. Aber das entscheidet natürlich der Versender und nicht der Empfänger.

      Ich denke so eine Internetbestellung ist am ehesten etwas, wenn man genau weiss was man will.

      LG Mareike

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