Nähen

Tutorial zur Rope Bowl mit Tipps und Tricks

Hallo ihr Lieben Leserinnen und Leser, (so hab ich noch nie angefangen, fühlt sich komisch an)

als ich vor zwei Wochen meine Rope Bowls zeigte, dachte ich es wäre ein alter Hut. Tausendmal gesehen und bestimmt hat das schon jeder mal probiert. Ihr habt mich mit euren Kommentaren und Klickzahlen eines Besseren belehrt. Daher möchte ich euch heute nochmal ein ganz ausführliches Tutorial zeigen, dass alle Tricks und Tipps vom letzten Post integriert hat.

Wenn ihr nun sagt „Rope Bowl habe ich schon gemacht, aber ich brauch nur noch mal einen Tipp.“, dann seid ihr beim meinem vorigen Post gut aufgehoben. Wenn ihr aber stattdessen sagt „Rope Bowl, wie geht das?“ oder „Hab ich schon gemacht, sieht bei mir aber irgendwie komisch aus“, dann seid ihr hier goldrichtig. Für das Tutorial hab ich nicht nur viele Fotos gemacht, sondern mich auch geschminkt und frisiert. Nur für euch! Also los gehts…

Das Material und die Vorbereitung

Als Schnur habe ich 5mm Polyamidschnur aus dem Baumarkt gekauft. Für ca. 7,50€ bekommt ihr 20m, das reicht für kleine und große Schüsseln.

Ein weiterer wichtiger Punkt in der Vorbereitung ist, die Unterfadenspule komplett voll aufzuspulen, denn ihr braucht richtig viel Garn. Ich habe mich für ein beige-graues Garn entschieden, da es das strahlende Weiß der Schnur etwas abmildert.

Der Anfang

Ich zeige euch heute eine ovale Schüssel, deren Anfang einfacher ist, als bei einer runden Schüssel. Ihr  legt die Schnur wie auf dem Foto zu sehen und steckt sie mit ein paar Nadeln fest. Wenn ihr ein paar mehr Windungen legt, könnt ihr das Ganze besser greifen und führen. Stellt die Nähmaschine auf 5,5mm Stichbreite und ca. 2,6mm Stichweite ein. Zu den Effekten bei der Stichweite und Länge, habe ich euch bereits beim letzten Mal etwas erzählt.

Dann beginnt ihr mit dem Nähen, wie die Pfeile es euch zeigen, bei der ersten Biegung (nicht am Schnuranfang).

Ganz wichtig: nicht Verriegeln (also vor und zurück nähen), denn das lösen wir eleganter! Nachdem euer Anfang wieder in eure Richtung zeigt, vernäht ihr die offenen Garnenden in der Schnur. Einen Knoten braucht ihr nicht zu machen.

Die ersten zwei, drei Kurven sind noch etwas mühsam. Stellt die Nadel so ein, dass sie unten stehen bleibt. Dann führt ihr den Zick-Zack um die Kurve, indem ihr immer mal wieder den Nähfuß anhebt und die Schnur etwas dreht. Ab der vierten Schleife braucht ihr das nicht mehr zu machen und könnt einfach beim Nähen drehen.

Der Boden

Ab jetzt näht ihr Kurve um Kurve an. Führt dabei die Schnur mit einer Hand, so dass sie immer gut anliegt und keine großen Lücken entstehen. Den Rest macht die Nähmaschine ganz von selber. Ihr dreht eure Runden so lange, bis eure gewünschte Bodengröße erreicht ist. Danach geht es an den Aufbau der Seitenwand.

Die Schüssel formen

Euer Boden hat die Endgröße erreicht und nun nehmt ihr diesen in die Hand und haltet ihn hoch. Dazu  könnt ihr die Hand locker auf die Nähmaschine legen. Diese Höhe reicht zunächst aus, um die Seitenwände zu formen.

Nach den ersten zwei Runden werdet ihr schon eine Veränderung sehen. Es bildet sich eine leichte Schale. Noch zwei Kurven weiter und ihr habt schon eine deutliche Biegung in eurer zukünftigen Rope Bowl.

Dann wird die Schüssel von ganz allein immer steiler hochgehalten. Noch ein paar Runden mehr und ihr drückt die Rope Bowl nur noch leicht gegen die Nähmaschine, die für euch den Rest erledigt.

Der Farbwechsel

Ihr habt die Zielhöhe für eure erste Farbe erreicht und wollt jetzt eine zweite Farbe hinzunehmen. Das ist tatsächlich einfach. Zunächst vernäht ihr die Garnenden wie beim Anfang, innerhalb der Schnur.

Dann wechselt ihr das Garn an eurer Nähmaschine. Ihr beginnt ca. 7-10cm innerhalb eures genähten Bereiches.

Stellt die Stichbreite auf 2,5mm ein und beginnt ein paar Stiche zu nähen. Dabei verriegelt ihr nicht den Anfang sondern vernäht das Garn später von Hand. Nun erweitert ihr die Stichbreite jeweils um 0,5mm alle 1,5 – 2cm. So habt ihr eure Stichbreite von 5,5mm erreicht, wenn ihr an der losen Schnur ankommt.

Ab jetzt kann wieder normal weitergenäht werden.

Eine Schleife einfügen und das Ende

Das ist ganz einfach. Ihr legt euch eine Schleife eurer Wahl zurecht und fixiert diese mit einer Nadel an der Seitenwand. Nun müsst ihr einfach nur geradeaus drüber nähen. Ich habe zusätzlich mit einer Schere die Schnur an die Seitenwand gedrückt. Die Maschine macht das Nähen über zwei Schnüre mit links.

Danach zieht ihr die Nadel raus und die Schleife ist gemacht. (Achtung Spoiler-Alarm: Das Foto zeigt schon die fertige Schüssel)

Wenn ihr nun ans Ende kommt, dann verfahrt ihr wie in meinem letzten Post ausführlich gezeigt. Klebt etwas Masking Tape um die Stelle, die ihr kappen wollt und schneidet mitten hindurch. Dann schmelzt ihr mit einem Feuerzeug das Ende an und entfernt das Masking Tape.

Anschließend näht ihr bis zum Ende weiter.

Verzieren

Nach einigem Ausprobieren ist meine Methode der Wahl, das Festkleben. Ich habe Buchbinderleim verwendet und einen Rest Korkstoff. Den pinselt ihr mit eurem Kleber ein und klebt die Blende über das stumpfe Ende.

Mit ein paar Klammern für wenige Minuten fixiert und schon ist es fest.

SnapPap, Kunstleder und echtes Leder machen sich genauso gut. Und selbst Filz kann als Blende benutzt werden. Das ich lieber Klebe als Nähe hat den Grund, dass gerade bei SnapPap die Rückseite unsauber durchstochen wird. Kleben ist in diesem Fall eleganter.

Nun hat meine runde Rope Bowl noch eine ovale Schwester bekommen.

Auf dem Foto unten könnt ihr erkennen, dass durch die geringe Stichbreite beim Farbwechsel kein Absatz in den Farben entsteht.

Leider hab ich am Ende doch gepennt, denn eigentlich hätte das braune Garn ganze drei Reihen genäht werden sollen. Aber an einer Seite sind es nur zwei geworden. Da müsst ihr besser aufpassen als ich es getan habe. Denn es soll ja ringsherum die gleiche Anzahl sein. Gerade bei so wenigen Reihen sieht man sofort, wenn was fehlt.

Ich hoffe das mein Tutorial euch hilft, die perfekte Rope Bowl zu nähen und ihr genauso infiziert werdet wie ich.

#Creadienstag, #HoT, #DD

 

 

10 Gedanken zu „Tutorial zur Rope Bowl mit Tipps und Tricks

    1. Oh Ja, ich kann gar nicht so viele benutzen, wie ich gern machen würde. Bin gespannt, ob wir Dich bald infizieren können.

      LG Mareike

  1. Das sieht ja garnicht so schwer aus! Deine Bowls sehen absolut entzückend aus!!
    Dass Du das so gleichmäßig hinbekommst, finde ich beeindruckend.
    Ich werde das mit Deiner Anleitung auf jeden Fall mal versuchen. Ich glaube aber, dass das bei mir eine bucklige Geschichte wird :).
    Dankeschön schonmal für die tolle Anleitung. Die Bilder sind sehr sehr schön.
    LG Sandra

    1. Ach das glaub ich gar nicht. Zuerst war das auch meine Befürchtung, aber eigentlich weiß die Nähmaschine wo es lang geht und dann wirds ganz grade.

      LG Mareike

  2. Liebe Mareike, ich habe solche Bowls in der Tat schon oft gesehen aber im echten Leben noch nie selber gemacht. Sie sehen wirklich total schön aus 🙂 Ob ich mich da aber mal dran wage weiss ich noch nicht. Aber auf jeden Fall hab ich bei dir schon mal die passende Anleitung gefunden, falls ich mich doch mal getrauen sollte 🙂 Alles Liebe, Nadia

  3. Oh, wie großartig – ich habe ein paar davon gemacht, kleine und große, aber allesamt sind sie rund – in oval gefällt mir das supergut. Und Deine Art, die Schlaufe zu machen, gefällt mir ganz ungemein, das muss ich bei der nächsten beschlauften Schale unbedingt ausprobieren!
    Bisher habe ich nur Baumwollseilschüsseln gemacht, aber mit der (ja entgegenkommenderweise etwas günstigeren) Polyamidschnur gefällt es mir auch sehr.
    Es macht schlimm süchtig, oder? Es geht so schnell, es ist so toll … ich bin froh, dass bald Ostern ist, denn ich habe genau dasselbe Problem wie Du – ich würde am liebsten ganz viele machen, brauche aber natürlich gar nicht so arg viele. Wobei sie bei uns im Moment als Sammelkörbe gut im Einsatz sind – zum Beispiel für „Dinge, die ich zum Fotografieren rumtragen möchte“ oder „Kinderspielzeug, das wir im Wohnzimmer zusammensammeln und dann im Kinderzimmer einsortieren möchten“ oder „einsame Socken“. Nicht in Gebrauch, lassen sie sich ja ganz prachtvoll stapeln, wenn man sie etwa gleichgroß macht.

    Liebe Grüße!
    Maike

  4. Hallo Mareike,
    die Körbe sehen super aus. Da bekomme ich, dank Deiner Anleitung (vielen Dank dafür) direkt Lust auch welche zu nähen. Denn alles was ich an Material bräuchte, habe bereits zu Hause:-)
    Du bringst mich mit den wunderschönen und zeitlosen Körben auf die Idee, aus Wolle mittels dieser Technik auch Hütte oder Mützen evtl. zu nähen, was wiederum meine Leidenschaft ist.

    Nochmals DANKE!
    Viele Grüße
    Aneta

    1. An Hüte hab ich auch gedacht, während ich so meine Runden auf der Nähmaschine drehte. Die Einsatzmöglichkeiten sind wirklich vielfältig.

      LG Mareike

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