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Warum eigentlich nicht Wachstuch selber machen?

(unbeauftragte Schleichwerbung)

Ja, warum eigentlich nicht? Wachstücher sind zwar leicht zu bekommen, aber die meisten Designs sehen eher kindlich aus. Für schickes Wachstuch muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Und ob es dann wirklich zu meinem Nähstück passt, sei dahingestellt.

Darüber Wachstuch selber zu machen habe ich schon länger nachgedacht. Man kann da diese Vinylfolien kaufen und aufbügeln. Aber ich hab auch gelesen, dass nach längerem Gebrauch, sich die Lagen wieder voneinander lösen.

Nun hatte ich schon vor einiger Zeit ein Coating bestellt, dass man mit einem Pinsel auftragen soll. Kürzlich kam ich dazu, es auszuprobieren und (Spoileralarm!) es geht wunderbar.

Doch statt eines Pinsels zu nehmen, den ich hinterher wieder auswaschen muss, habe ich eine Art Kreditkarte genommen. Sicherlich würde auch ein Rakel gehen. Mit beidem kann man nämlich den Überstand rückstandslos abziehen und zurück in die Dose packen.

Insgesamt muss der Stoff drei Mal beschichtet werden. Dabei ist das erste Mal entscheidend. Wenn das schon gut war, sind die beiden anderen Male nur Formsache. Dabei wird dann auch kaum noch Coating verbraucht, da sich schon vom ersten einstreichen die Poren (bzw. Gewebelücken) zugesetzt haben.

Nach Abschluss des dritten Versiegelungsschrittes muss der Stoff 24 Stunden trocknen und wird am Folgetag gebügelt. Hier unbedingt ein Backpapier zwischen legen.

Aufsaugtest: Check!

Das Ergebnis ist richtig schickes Wachstuch mit wasserundurchlässigem Gewebe. Es ist nicht ganz so dick wie fertiges Wachstuch und man sieht auch die Löcher der Nähnadel nicht so stark (falls man doch mal wieder was auftrennen muss).

Die Beschichtung lässt die Farbe etwas satter aussehen

Außerdem können die Löcher auch nachträglich nochmal versiegelt werden. Das Wachstuch fühlt sich toll an und lässt sich wunderbar verarbeiten. Ein weiterer Pluspunkt: Der Nähfuß gleitet leichter rüber als bei „echtem“ Wachstuch, bei dem man manchmal besser zu Spezialfüßchen mit Teflonsohle greift.

Auf der Rückseite der Beschichtung zieht das Wasser in den Stoff ein.

Alles in allem kann ich ein Coating nur empfehlen. Ich habe jetzt nur das eine Produkt ausprobiert und kann über andere nichts sagen. Aber das hier, bekommt ein Thumbs up von mir.

#Creadienstag #HoT #DD

7 Gedanken zu „Warum eigentlich nicht Wachstuch selber machen?

    1. Liebe Margot,

      ich hab schon mal mit Bienenwachs beschichtet und war von dem Ergebnis nicht so angetan. Der Stoff wurde leicht durchsichtig und die Haptik hat mir nicht gefallen. Außerdem war der Prozess eine Sauerei und schwer zu steuern. Daher hat mich das Gel jetzt auch so begeistert.

      LG Mareike

  1. Super, liebe Mareike! Odicoat steht auf meiner will-ich-haben-Liste, seit ich mal bei Martina Machwerke davon gelesen habe. Dass Du es jetzt ausprobiert hast und begeistert davon berichtest, gibt wieder mal einen Schubs in Richtung muss ich ausprobieren! Wie ist es denn mit dem Verbrauch? Für wie viel Stoff (Quadratmeter) reicht denn so ein Döschen? lg, Gabi (die nach langer Zeit sich mal wieder ausführlich Zeit fürs Bloglesen nimmt!)

    1. Liebe Gabi,

      ich hab die Dose ja nicht alle gemacht, aber der Verbrauch ist minimal. Vor allem, da ich nicht mit dem Pinsel aufgetragen, sondern mit einer Karte eingearbeitet und abgezogen habe. Die Dose wird sicherlich für 2-3m² reichen. Ich hab ca. 1m² beschichtet und ein Drittel verbraucht. Ich glaube auch nicht, dass drei Durchgänge nötig sind. Zwei könnten auch reichen.
      LG Mareike

      1. Der Tipp mit der Karte zu arbeiten ist glaub ich echt Gold wert. Ich überlege nämlich schon länger, mir eine Regenjacke aus selbst beschichtetem Stoff zu nähen. Da bräuche ich schon ca. 2 x 1,50 Meter, wären also 3 m2. Hm… Nun gut, das Projekt kommt auf die Kleidung-Liste für dieses Jahr. lg, Gabi

  2. Liebe Mareike,

    ich habe das Odicoat vor knapp einem Jahr ausprobiert – und nie verblog. Ich bin auch total begeistert davon, mein Geldbeutel ist seit Mai im Einsatz und ist immer noch schön. Eine Karte war bei mir mit dabei, daher kam ich gar nicht auf die Idee, einen Pinsel zu nehmen. Und bei mir hat 2 x gereicht.
    Vielleicht sollte ich meinen Blogpost doch noch schreiben…
    Liebe Grüße und näh was Schönes draus!
    Ines

    1. Liebe Ines,
      doch, das solltest Du auch mal zeigen. Denn dann sehen wir auch den Langzeiteffekt. Denn darüber konnte ich jetzt gar nichts sagen. Aber schön zu sehen, dass Du da ähnlich positive Erfahrungen gemacht hast. Auf der Packung steht tatsächlich was von Pinsel. Gut dass Du schon einen Rakel dabei hattest.

      LG Mareike

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