Nähen

Wie man eine Wendeöffnung schließt

Was bei einem Quilt das Binding ist, ist bei Taschen und Co die Wendeöffnung. Das sogenannte Finish – der letzte Schritt. Und wenn man sich so viel Mühe beim sauberen Nähen seines Täschchens, Nadelkissens oder Utensilo gegeben hat, dann wäre es doch schade, wenn die Wendeöffnung unsauber wird.IMG_1317

Ich hab schon so einige tolle Arbeiten gesehen, bei denen ich, beim Blick auf die Wendeöffnung dachte, „Au Weia!“. Aber dabei muss das gar nicht sein. Eine Wendeöffnung sauber zu schließen ist ein Klacks wenn man drei goldenen Regeln beherzigt:

1. Eine sichtbare Wendeöffnung wird immer von Hand geschlossen

Nicht sichtbare Wendeöffnungen liegen zum Beispiel im Futter einer Tasche. Aber wenn ihr z.B. ein Wendeutensilo näht, gibt es kein Innen und so sollte die Wendeöffnung auch sauber aussehen. Gleiches gilt z.B. für Nadelkissen, Kuscheltiere, Katzenbett, Portemonnaie etc. Nehmt euch die Zeit, setzt euch auf Balkon oder Garten und zelebriert euer Finish. Endlich seid ihr fertig und das ist der letzte Schritt. Und mit ein bisschen Übung braucht ihr später nur noch wenige Minuten zum Schließen.

2. Die Stichlänge sollte immer so lang gewählt sein, wie auch der Rest genäht wurde

Fast alles wird bei einer Stichlänge von 2,5 oder 2,0mm Länge zusammen genäht. Einzig das Paper Piecing benötigt eine kleinere Stichlänge. Mit 2,5mm fahrt ihr am Besten. Würdet ihr größere Stiche wählen, dann würde die Wendeöffnung sofort auffallen. Außerdem kann zum Beispiel die Füllung rausrieseln oder mit der Zeit werden die Fäden von der Wattierung sichtbar. Zu kleine Stiche braucht ihr auch nicht machen. Sie sind nicht nötig und auch sie fallen ebenso auf.

3. Immer genau gegenüber einstechen

Das ist die wichtigste Regel. Damit sich die beiden Stoffseiten nicht gegeneinander verziehen, muss der Faden parallel dort eingestochen werden, wo er auf der einen Seite auch rausgekommen ist. Zu viel Abstand ist auch nicht gut, denn dann sind die Fäden zu sehen. Einen perfekten Leiterstich könnt ihr sogar mit einer völlig anderen Farbe machen. Man wird ihn später nicht sehen.Wendeöffnung

Und jetzt bekommt ihr noch den ultimativen Tipp, wie der Anfang gemacht wird.

Nehmt euch ein Garn zur Hand und legt den Faden doppelt.IMG_1318

Fädelt die beiden offenen Enden durch das Nadelöhr, so dass am anderen Ende eine Schlaufe entsteht.

IMG_1322Stecht durch den Stoff und führt die Nadel durch diese Schlaufe.IMG_1323

Schon ist der Anfang fixiert. Beim Durchstechen des Stoffes müsst ihr nur zwei oder drei Fäden des Gewebes aufnehmen. Ist der Stich zu groß würdet ihr das Gewebe mit der Schlaufe zusammen stauchen und das sieht man hinterher.IMG_1327

Und wie vernäht ihr das Ende?

Indem ihr ganz einfach mehrerer Stichen in die entgegengesetzte Richtung zurück geht. Mehr ist es nicht. Das hält bombenfest und ihr braucht keinen Knoten zu machen.IMG_1342

War gar nicht schwer, oder? Ich hoffe ihr habt alles gut verstanden und traut euch an die nächste Wendeöffnung, damit eure viele Arbeit erstrahlen kann.IMG_1344#Creadienstag, #HoT

nachmachen

6 Gedanken zu „Wie man eine Wendeöffnung schließt

  1. Vielen vielen Danke für die anschauliche Erklärung! Den Leiterstich beherrsche ich mittlerweile schon gut, auch wenn Handnähen definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehört. Wie man den Anfang am besten fixiert, weiß ich jetzt durch dich, da hab ich nämlich schon immer gerätselt, wie das am saubersten zu lösen ist.

    Ganz liebe Grüße,
    Ronja

  2. Genauso mach ich das auch immer…
    Ich finde es super das du, dass so toll erklärt hast. Mir geht es nämlich ähnlich wie dir
    das Auwei hatte ich auch schon ein paar mal…

    Tolle Anleitung! 🙂

    Liebe Grüße die Nähbegeisterte 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

6 + = 8