Basteln

Einen Webrahmen für wenig Geld selber gebaut

Ich hatte mal Lust auf was Neues. Während meiner Recherche zu meinem letzten Stickrahmen bin ich unter anderem auf Webstühle und Webrahmen gestoßen. Ein besonders toller Webrahmen war mir für 150 Euro aber eindeutig zu teuer für ausprobieren und dann feststellen, dass es das doch nicht ist.

Also hab ich den Handwerker in mir zu dem Thema befragt und er kam mit einer Lösung von 13,50 Euro um die Ecke.Ösenleisten des Webrahmens

Das Geld floss in zwei Holzleisten, Nägel mit großen Köpfen und Schraubösen. Die Nägel habe ich versetzt im Abstand von 5mm in das Holz geschlagen. Die Schraubösen hingegen sind im Abstand von 1cm eingedreht. Da ich hier zwei Leisten habe, ergibt sich hintereinander ebenfalls ein Abstand von 5mm. Und fertig war mein Webrahmen.Fixierung am Tisch

Dann habe ich die Leisten mit Schraubzwingen an meinem Tisch fixiert und begonnen meine Wolle zu spannen. Dabei hab ich mit der Weite etwas experimentieren müssen. Während des Webens veränderte sich mein Gewebe daher.Einspannen des Garns

Aus Erfahrung kann ich jetzt sagen, dass zu locker nicht sinnvoll ist. Wenn ich von Anfang an den geringstmöglichen Abstand der langen Schnüre gewählt hätte, würde der Schal überall gleich breit sein und ein einheitlicheres Bild abgeben.

Meine Ösenleisten kamen dann zum Einsatz. Ich habe jeden Längsfaden mit einem weiteren Faden an eine Öse gebunden. Dabei bin ich abwechselnd vorgegangen. So ist der erste Faden mit der vorderen Leiste, der zweite mit der hinteren verbunden.selbstgebauter Webrahmen

Je nachdem, welche der Leisten ich nun hoch ziehe, bewegen sich die geraden oder ungeraden Schnurreihen nach oben.selbstgebauter Webrahmen

Meine Wolle habe ich auf eine Karte gewickelt und dann immer hin und her gewebt.Wolle auf Pappe gwickelt für den Webrahmen

Ein bisschen fummelig war es dann, nicht über den ganzen Tisch zu arbeiten, sondern meine Gewebe immer wieder nach vorne zu holen. Am Ende hat es sich bewährt, die vordere Leiste unter dem Tisch zu fixieren und den Schal mit eine Gewicht zu beschweren, damit die Spannung erhalten bleibt.versetzte Nägel für geringen Schnurabstand

Leider hab ich mich einmal verwebt. Das ist mir auch erst ziemlich am Ende aufgefallen, so dass ich es nicht mehr korrigieren wollte. Am Hals sieht der Schal dennoch sehr hübsch und auch sehr organisch aus. Das ist ein positives Wort für ungleichmäßig gewebt.selbstgebauter Webrahmen

Leider gibt es ein großes Manko bei  meinem gewebten Schal: Die Wolle, die zuvor kuschelweich war, kratzt nun am Hals. Damit hätte ich nie gerechnet. Daher wird dieser Schal nie zum Einsatz kommen. Ich hab aber schon eine Idee, was ich daraus machen könnte.gewebter Schal aus Verlaufsgarn und Beige

Wenn ihr Lust habt, könnt ihr so einen Webrahmen auch ganz einfach nachbauen. Dazu ein Tipp, ich habe alle Löcher mit einem 1mm Bohrer vorgebohrt, damit das Holz nicht gespalten wird, wenn man die Nägel einschlägt und die Ösen eindreht.Nahansicht meines gewebten Schals#ModernPatchMonday #Creadienstag #HoT #DD

2 Gedanken zu „Einen Webrahmen für wenig Geld selber gebaut

  1. „Organisch“ ist tatsächlich ein sehr schönes Wort für ein Kleidungsstück. 🙂 Ich finde es eine gute Idee, einen Webrahmen selbst zu bauen, allerdings habe ich vor Jahren (um nicht zu sagen: Jahrzehnten) einmal einen Workshop zum Weben mit dem Hüftwebstuhl bei einem Südamerikaner gemacht und erst letztens die Unterlagen wieder entdeckt. Dabei wird die Kette mittels eines Gurtes um die eigene Hüfte gespannt, man hat da sehr gut unter Kontrolle, wie stark die Spannung ist. Aber noch viel mehr fasziniert mich derzeit das Brettchenweben, das muss ich unbedingt bald ausprobieren. Was wird denn aus dem Schal? Ein Täschchen? Ein Tischläufer? lg, Gabi

    1. Liebe Gabi,

      das kann ich leider nicht verraten. Mit ungelegten Eiern ist das bei mir so eine Sache. Wenn ich vorher darüber spreche, dann bleiben sie schon mal ungelegt. Oder es ist in Wirklichkeit so, dass ich meine unausgereiften Gedanken noch nicht preis gebe, weil vielleicht doch nichts daraus wird und ich mich dann nicht erklären möchte.
      An einem großen Webstuhl zu weben, würde mich auch mal reizen. Momentan lieg ich mit einem Schulwebrahmen in der Hängematte.

      LG Mareike

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

42 − 39 =